Es geht weiter, auf dissonanz.net

11 07 2014

 

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Das hier vor einigen Jahren begonnene Blog wird, nach längerer Pause, ab heute auf dissonanz.net fortgesetzt.

Dieses ältere Blog bleibt zunächst erhalten, einige Beiträge werden weiterhin abrufbar sein.

 

 

 





This is Kreuzberg

7 03 2011

“Das Maß ist voll!” Die Kultur geht kaputt!”

Ihr Hinterhof ist inzwischen eingekesselt von Restaurants, und in den anderen Etagen, sie zeigt nach oben, “da wird untervermietet”. Bis in den Morgen stehen die Leute bisweilen auf dem Dach und grölen. “Ausländer, Engländer, die können sich solche Wohnungen leisten”, sagt sie.

Ihre Familie, sagt sie, ist dieser Kiez. Aber wenn sie ihn durchquert, sieht sie keine blühende Stadtlandschaft mehr, sondern Verfall, Verlust, ein Viertel im Abstieg. Im Sommer, sagt sie, wenn die Reisebusse sich entladen, stinkt es nach Urin, liegt morgens einer besoffen im Container. “Das könnte man noch ganz lustig finden, wenn es nicht mit dieser Vertreibung einhergehen würde.” Den Rest des Beitrags lesen »





Thomas Bernhard: Gehen

25 02 2011

Thomas Bernhard wäre diese Woche 80 Jahre alt geworden. Anlässlich dessen sendete der Nordwestrundfunk heute eine neue Hörspiel-Produktion von Radio Bremen. Unter der Regie von Barbara Schäfer spricht der österreichische Schauspieler Johannes Silberschneider Bernhards Erzählung “Gehen” von 1971.

Ein Mitschnitt der Sendung findet sich hier.

 

 





Zum Begriff der Konsequenz

24 01 2011

Konsequenz (von lateinisch consequi folgen, erreichen) ist eine – oft zwingende, mindestens jedoch mögliche – Folgerung. [...] Formallogisch beschrieben ist eine Konsequenz eine Beziehung zwischen im einfachsten Fall zwei Sätzen, etwa: wenn A (der Fall ist), dann (muss oder wird vermutlich oder kann) B (der Fall sein). Die Beziehung zwischen den durch die Sätze A und B beschriebenen Sachverhalten kann eine logische Notwendigkeit sein, aber auch z.B. eine metaphysische Notwendigkeit oder eine durch Naturgesetze bzw. physikalische Gesetze beschriebene Ursachen-Folgen-Beziehung.”1

Die Forderung, nun doch endlich die Konsequenz aus seinem Denken zu ziehen und zu handeln, hört sich vertraut an. Gemeint ist hier nicht nur der theoriefeindliche Hinweis nun doch endlich praktisch zu werden und statt bei Lektüre und Lesekreis zu verharren in die schwarze Montur zu schlüpfen und Barrikaden anzuzünden. Zutreffen dürfte diese Aufforderung eher und in entscheidenderem Ausmaße auf den Übergang vom fundamentalistisch denkenden Islamisten zum Selbstmordattentäter. Die mehr oder weniger drängende Ermunterung aus den mörderischen Gedanken nun auch mörderische Taten entstehen zu lassen, dürfte sich wohl der ein oder andere suicide bomber vorher angehört haben. Und auch die Geschichte der deutschen Linken ist von dieser Forderung und ihrer mörderischen Konsequenz nicht frei: Doch endlich einzusehen, dass sie mit ihrer journalistischen Arbeit nichts bewege und sie sich dem bewaffneten Kampf anzuschließen habe, forderte man 1970 von Ulrike Meinhof. Sie tat es und schrieb kurz darauf: „und natürlich kann geschossen werden.“2 Den Rest des Beitrags lesen »





Armer, kleiner Deutscher vs. “die Wolkenschieber des Zeitgeistes”

8 11 2010

Dass Martin Walsers Festrede zur Eröffnung der Ernst-Jünger-Ausstellung in Marbach ausgerechnet von der Süddeutschen Zeitung einen Ehrenplatz auf der ersten Seite des Feuilletons zugewiesen bekommt, verwundert nicht weiter. Macht die SZ doch allzu oft deutlich, dass von ihr nichts anderes zu erwarten ist, als billige Reproduktion dessen, was deutscher Geist in den kluggeredeten Köpfen angeblicher Denker so produziert. Und das, was dann während seiner Rede so aus dem Kopfe Walsers heraussprudelte, überrascht ebenso wenig. Den Rest des Beitrags lesen »





Ibsens Dramen: bürgerliche Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft

8 10 2010

In den Dramen Henrik Ibsens zeigt sich anschaulich die Auseinandersetzung mit den Versprechen des Liberalismus und ihrer fehlenden Einlösung. Stets scheitern die Figuren daran, für sich oder andere die Ideale und Versprechungen einzulösen, an die sie glauben. Stets wird für den wirtschaftlichen Erfolg das private Glück oder das Menschliche aufgegeben. Selber aber noch zu sehr in dem gleichzeitig kritisierten bürgerlichen Bewusstsein verhangen, geht Ibsen zwar durch die Darstellung der Unmöglichkeit einer Realisierung der bürgerlichen Versprechen an einigen Stellen über dieses Bewusstsein hinaus – nie aber berührt er die gesellschaftlichen Hintergründe. Kommen sie, wie im Drama “Die Wildente” einmal kurz zur Sprache wird eiligst abgebrochen und ausgewichen. Den Rest des Beitrags lesen »





Walser, Schweinsteiger und die Deutschen

13 07 2010

Einst sprach man in Deutschland bedeutungsvoll vom Kniefall Brandts in Polen, heute schreibt Martin Walser, der Schriftsteller der Deutschen, vom Kniefall Schweinsteigers in Südafrika. Man kann es darauf schieben, dass Martin Walser nur wieder einmal in der Zeitung stehen wollte. Man kann es als trivial oder einfach nur bescheuert bezeichnen, dass Walser nun versucht sich beim deutschen Fußballvolk anzubiedern. Man kann es aber auch sehr vielsagend finden, was wieder einmal so aus Martin Walser heraus will. Den Rest des Beitrags lesen »








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