This is what democracy looks like…

5 07 2009

Zumindest meiner Wahrnehmung nach weitesgehend unbeachtet, wurde die Geschäftsordnung des Bundestages geändert. Bei Gesetzgebungsverfahren müssen die Reden nun nicht mehr wirklich gehalten werden, sondern können auch einfach beim Bundestragspräsidenten in schriftlicher Form eingereicht werden.

So landen dann einfach die Reden aller Redner vorne auf dem Pult und die Gesetze können ohne „lästiges Diskutieren“ im Schnelldurchlauf verabschiedet werden. Letzte Woche wurden auf diese Weise in einer Nacht 40 Gesetze verabschiedet – ohne öffentliche Beratung oder Transparenz, wie sie die Demokratie doch eigentlich vorspielen will… Der Bundestag ist nun also nicht einmal mehr das, was er bisher war: ein Theater, das die in den nicht-öffentlichen Ausschüssen bereits  gefassten Beschlüsse, nach außen hin legitimieren und so eine vermeintliche Öffentlichkeit schaffen soll.

Berichtet hat das Ganze der oft das Entscheidende treffende Heribert Prantl in der SZ vom 03.07.





Presseschau: Kapitalismuskritik und Hirnlosigkeit

3 07 2009

Nach einigen Tagen Ruhe auf diesem Blog, habe ich endlich mal wieder Zeit zum Zeitunglesen gefnden und auch gleich zwei verbreitungsfähige Artikel gefunden, die ich hier in Ausschnitten präsentieren will.

Zum ersten findet Ivo Bozic in der aktuellen jungle world die richtigen Worte zur verkürzten Gentrification-Kritik und zum Ressentiment gegen „Bonzen“ und „Yuppies“, zum zweiten findet sich im Feuilleton der Süddeutschen eine interessante Einschätzung zum Kapitalismus. Den Rest des Beitrags lesen »





Die Gefahr der Vorurteile

7 04 2009

Heute auf der Wissens-Seite der SZ einen Artikel zu Klischees und Vorurteilen gelesen, der ein Gefühl bestätigt, das ich schon seit einiger Zeit habe. Beschrieben wird hier, wie jeder Mensch in der Gesellschaft oder in seiner Umwelt verbreitete Vorurteile unbewusst und nicht einmal absichtlich reproduziert und abspeichert. Und auch, wenn hier eine auf die Evolution zurückgehende Begründung geliefert wird, warum das so ist – letztlich ist es das gesellschaftliche Problem der Vorurteile, sei es als Blondinenwitze oder als krimineller Ausländer. Nachgewiesen wird die Problematik durch verschiedene Versuche bei denen Menschen sehr spontan reagieren mussten, hier blieb ihnen keine Zeit die bei ihnen unbewusst vorhandenen Vorurteile zu erkennen und diesen entgegenzuwirken.

Hier die Online-Version des Artikels (zum Zeitpunkt des Verlinkenks funktionierten die Seiten 2 und 3 nicht, ich hoffe es wurde behoben)

Ein Blondinen- oder Polen-Witz ist also wirklich nicht witzig, weil es ja eh nicht ernst gemeint ist. Letztlich trägt dieser unweigerlich dazu bei entsprechende Vorurteile in den Köpfen festzusetzen, die wenn überhaupt nur sehr schwer wieder rückgängig zu machen sind (Siehe Abschnitt zur Substereotypisierung)