Doch bevor ich die Verwüstung heute nachmittag nicht mit eigenen Augen gesehen hatte, wollte ich es nicht glauben. Es sah aus wie nach einem anti-intellektuellen Pogrom. Und traurig hörte ich stundenlang die Meldungen auf Inforadio Berlin, „tausend Demonstranten einer Demonstration gegen die Bildungsmisere randalierten heute in der Humboldt-Universität und zerstörten dabei eine Ausstellung zum Gedenken an vertriebene und ermordete jüdische Unternehmer“. Ich wiederhole mich, es soll reichen und allen Anlaß zum Nachdenken über den Begriff „Mob“ geben. ICh weiß nicht, was ich noch sagen soll. (http://de.indymedia.org/2008/11/232468.shtml, Vervorhebung von mir)
Die Meinungen der Berichterstatter teilen sich weiterhin, ob die Ausstellung nun im Vorbeigehen „aus Versehen“ beschädigt wurde, oder ob sie gezielt zerstört wurde. Gegen letzteres spricht aber deutlich, dass wohl eine große Menge von Zetteln zerrissen und heruntergerissen wurde – das passiert wohl kaum beim einfachen Vorbeigehen. Und ob den Zerstörern bewusst war, was sie da zerstörten? Einerseits wurde von anwesenden Uni-MItarbeitern auf die Thematik der Ausstellung hingewiesen, andererseits sei sie auch, ohne des Lesens kundig zu sein, aufgrund eindeutiger Bilder einzuordnen gewesen.
Außerdem sei auf den Hinweis eines Uni-Mitarbeiters, es seien Gäste aus Israel anwesend, denen mensch nun die Zerstörung der Ausstellung erklären müsse, die antisemitische Parole „Scheiß Israel“ gefallen und der Mitarbeiter mit einem Fahnenstock angegriffen worden.
Denkwürdig weiterhin das Zerstören oder „Herumschmeißen“ von Abbildern von Bildungseliten, welches auf indymedia sogar noch gerechtfertigt wird. „Anti-Intellektuelles Progrom“, trifft es also schon ganz gut. Dazu passt auch das Herauswerfen von Büchern. Sieht so eine Forderung nach mehr Bildung aus?
Und zu guter Letzt bleibt erneut die Frage, was nochmal haben die Manager damit zu tun? Achja, sie sind schließlich mit ihrer Raffgier an den Übeln des Kapitalismus schuld.
Wieder einmal also alles vequickt: Anti-Intellektuelles Gebahren, Antisemitismus und personifizierte „Kapitalismuskritik“. Sie bringen zusammen, was zusammen gehört.
Auch andere äußern sich nun zur Thematik:
http://kotzboy.com/
Henry M. Broder auf der Achse des Guten
http://netzklempnerin.wordpress.com